Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Sie ist in der Diagnostik von Brustkrebs nach wie vor die aussagekräftigste bildgebende Methode. Durch den alleinigen Einsatz der Mammographie werden 80-90 % aller Brustkrebsfälle erkennbar.

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Die digitale Vollfeld-Mammographie hat durch ihr spezielles Dosis- und Kontrastverhalten die Mammadiagnostik erheblich verbessert. Eine verbesserte Detailerkennbarkeit kann zu einer früheren Diagnose von krankhaften Veränderungen in der Brust führen.

Von der Tomosynthese (3D-Mammographie) profitieren besonders Frauen mit einer hohen Brustdichte. Die in einem Winkel von 15 Grad aufgenommen Schichtaufnahmen zeigen im Vergleich zu dem herkömmlichen Mammographiebild deutlich weniger Überlagerungen und die Strukturen können somit besser beurteilt werden.

Verlässliche, aussagekräftige Mammographiebilder erleichtern die Diagnose, minimieren die Notwendigkeit für erneute Untersuchungen und verhindern eine unnötige Gewebeentnahme.

Bösartige Mammatumore sind häufig bereits in frühen Stadien nachweisbar und können dann mit einer hohen Heilungschance behandelt werden.

Die mittlere Tumorgröße eines mittels Mammographie entdeckten Brustkrebses liegt bei 10 – 12 mm, während die mittlere Größe des ertasteten Krebsknotens meist über 2 cm liegt. Vorstufen von Brustkrebs oder sehr frühe (mikroinvasive) Krebsformen zeigen sich z. T. ausschließlich in der Mammographie durch den Nachweis von winzigen Verkalkungen. Stellen diese sich in bestimmten Formationen oder Verteilungsmustern dar, können Areale von wenigen Millimetern für die Verdachtsdiagnose ausreichen.

Wie ist der Ablauf der Mammographieuntersuchung?

Die Röntgenassistentin fertigt in der Regel jeweils 2 Aufnahmen von einer Brust an, eine sogenannte Schrägaufnahme (seitliche Darstellung) und eine cranio-caudale Aufnahme (Kopf-Fuß-Richtung).

Für die Untersuchung wird die Brust zwischen zwei strahlendurchlässigen Kunststoffscheiben gelegt und für einen kurzen Moment relativ fest zusammengedrückt. Ein ausreichender Druck (Kompression) und die komplette Darstellung des gesamten Brustgewebes durch optimale Einstelltechnik sind sehr wichtig. Eine Gefahr für die zu untersuchende Brust besteht dadurch nicht.

Durch die Kompression wird die Strahlenbelastung vermindert und eine hochwertige Aufnahme erzielt, die eine gute Beurteilbarkeit erlaubt. Sie sollten jedoch keine unnötigen Schmerzen auf sich nehmen und Bescheid sagen, wenn die Röntgenassistentin die Kompression der Brust begrenzen soll.

Bei der Tomosynthese fährt die Röntgenröhre gleichmäßig in einem Winkel von 15 Grad über die Brust und nimmt dabei ca. 15 Bilder mit niedriger Strahlen-Dosis in weniger als vier Sekunden auf.

Für besondere Fragestellungen gibt es die Möglichkeit von Spezialaufnahmen. Dabei wird ein ausgewählter Bereich der Brust z.B. mittels Vergrößerungstechnik aufgenommen.

 Was ist bei einer Mammographie zu beachten?

Der beste Zeitpunkt für eine Mammographie ist die erste Woche nach der Periodenblutung. In dieser Zeit ist der Flüssigkeitsgehalt des Brustdrüsengewebes am geringsten und die Brust lässt sich besser schmerzlos komprimieren.
Bitte benutzen Sie vor der Untersuchung wenn möglich kein Deodorant, Bodylotion und Körperpuder im Bereich des Oberkörpers. Für die Beurteilung einer Mammographie sind vorliegende Voraufnahmen sehr hilfreich, da diskrete Veränderungen im Brustgewebe im Vergleich frühzeitiger erkennbar werden.

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Mammographie beider Brüste in 2 Ebenen

Ab welchem Alter und in welchen Abständen sollte die Mammographie durchgeführt werden?

Die Mammographie kann alle 1½ bis 2 Jahre ab dem 40. Lebensjahr durchgeführt werden. Bei Frauen mit Risikofaktoren, z.B. familiärer Belastung, wird eine individuell abgestimmte Früherkennung empfohlen. Je nach individuellem Risiko wird eine Mammographie 5 Jahre vor dem Erkrankungsalter des jüngsten betroffenen Familienmitgliedes empfohlen.

Wie schaut es mit der Strahlenbelastung aus und kann eine Mammographie Brustkrebs auslösen?

Beim Einsatz moderner Geräte ist die Mammographie mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden. Insgesamt soll dabei eine Strahlenbelastung von 5 mSv nicht überschritten werden. Die Empfindlichkeit der Brustdrüse gegenüber Strahlen nimmt mit zunehmendem Alter ab. Werden die Altersgrenzen eingehalten, sind die meisten Fachleute der Meinung, dass das Strahlenrisiko einer Mammographie bei Frauen über 35 Jahre vernachlässigbar klein ist. Ohne zusätzliche Risikofaktoren wie z.B. eine familiäre Belastung beträgt das Risiko jeder Frau im Laufe ihres Lebens an  Brustkrebs zu erkranken ca. 12%. Durch eine einmalige Mammographie steigt dieses Risiko um 0,002%. Bei regelmäßigen Mammographien alle 1,5 bis 2 Jahre summiert sich dieses Risiko bis zum 80.ten Lebensjahr auf  0,04%, somit von 12,0% auf 12,04%.

Welches sind die Qualitätsmerkmale für eine gute Mammographie?

Wir arbeiten mit dem digitalen Vollfeldmammographiesystem Selenia der Firma Medicor, welches sich durch eine hohe räumliche Auflösung bei optimaler Kontrastwiedergabe und minimaler Dosis auszeichnet.

Unser Mammographiearbeitsplatz ist in ein Gesamtkonzept integriert bestehend aus digitaler Vollfeld-Mammographie, PACS (picture archiving and communication systems) und einer Befundungsstation mit je 2 hochauflösenden Monitoren.

Was trägt zur Reduktion der Strahlendosis bei?

  • Der Kompressionsdruck wird während der Einstellung registriert und die verbliebene Schichtdicke der Brust gemessen. Je besser die von der Patientin tolerierte Kompression und je geringer die dadurch zu durchstrahlende Gewebemenge, umso weniger Strahlung muss freigesetzt werden, um eine qualitativ gute Aufnahme anzufertigen. Das Röntgengerät ist in der Lage, die optimale Strahlendosis individuell zu wählen und die Patientin kann selbst durch ihr Verhalten die Strahlenexposition mit beeinflussen.
  • Durch Teststrahlen  erkennt das Mammographiegerät die Dichte des Drüsengewebes in unterschiedlichen Bereichen der Brust und entscheidet, mit welcher Einstellung eine optimale Darstellung aller erfassten Gewebsareale im Mammmographiebild erreicht werden kann. Bei sehr dichtem Gewebe wählt es statt des Standardstrahlers der Röntgenröhre (Rhodium) einen Strahler mit einem höheren Energiespektrum (Silber) aus. Somit wird eine sonst notwendige höhere Strahlenfreisetzung vermieden.
  • Auf die Abläufe der Diagnostik genau abgestimmte Softwareprogramme erleichtern die Diagnosestellung und tragen zusätzlich zu einer weiteren Strahlenreduktion bei, indem die Aufnahmen an den Monitoren speziell nachbearbeitet werden können. So ist es damit möglich z.B. kleinste Mikroverkalkungen nachträglich zu vergrößern, ohne dass zusätzliche Röntgenaufnahmen erforderlich werden. Diese Eigenschaften tragen zu einer individuell ausgerichteten Diagnostik und somit häufig zu einer Dosisreduktion bei.

Die Röntgenstrahlen werden bei der digitalen Technik direkt in digitale Bildsignale umgewandelt. Die Bilder können ohne Verzögerung an hochauflösenden Spezialmonitoren analysiert und befundet werden.