Die weibliche Brust besteht aus der milchproduzierenden Brustdrüse, umgebendem Fett- und Bindegewebe, versorgenden Gefäßen und Nerven und die Brust durchziehenden Lymphbahnen.

Brustkrebs ist eine bösartige Geschwulst des Drüsenanteils der Brust.

Es gibt verschiedene Arten von Brustkrebs die gemäß der WHO-Klassifikation (World Health Organisation) in zwei Hauptgruppen eingeteilt werden, die nicht-invasiven Tumore und die invasiven Tumore. Innerhalb dieser Hauptgruppen gibt es verschiedene Tumorarten, die sich anhand des histologischen Befundes, der Ausbreitung und ihrer Prognose unterscheiden lassen.

Die Brustkrebstumore können von den Zellen der Milchgänge (duktale Karzinome) oder den Drüsenläppchen (lobuläre Karzinome) ausgehen.

Nicht invasive Brustkrebsarten

Die nicht invasiven Tumore oder Carcinoma in situ (DCIS und CLIS) beschränken sich in ihrer Ausdehnung auf die Milchgänge/Drüsenläppchen der Brust, deren Grenzen sie nicht überschreiten. Man unterscheidet zwei verschiedene Unterarten, das duktale Carcinoma in situ (DCIS) und das lobuläre Carcinoma in situ (LCIS), wobei dem DCIS die größere Bedeutung zukommt.

Das DCIS wächst „vor Ort“ in den Milchgängen und hat optimale Heilungschancen, da es noch keinen Anschluss an die Lymph- und Blutbahnen gefunden hat. Das DCIS wird in 95 % aller Fälle über auffällige Mikroverkalkungen in der Mammographie entdeckt, da es sehr selten Knoten bildet und deshalb fast nie tastbar ist.
Manchmal sind die verdickten Milchgänge auch mit Hilfe einer hochauflösenden Sonografie sichtbar.

Mikrokalk1

auffälliger Mikrokalk in der Mammographie

Da das DCIS in 30 ‑ 50 % der Fälle in ein invasives Mammakarzinom umschlägt ist eine komplette operative Entfernung sehr wichtig.

In Abhängigkeit der vorliegenden Risikogruppe muss gegebenenfalls dennoch eine weiterreichende operative Therapie, Bestrahlung und medikamentöse Therapie erfolgen.

Das lobuläre Carcinoma in situ (LCIS) geht von den Drüsenläppchen aus.
Es kommt insgesamt viel seltener vor (ca. 5% der nicht invasiven Karzinome). Es ist keine eigentliche Vorstufe eines invasiven Brustkrebses. Außerdem scheint das bösartige Potenzial des LCIS viel geringer zu sein als bei DCIS. Allerdings ist es eine Indikatorläsion für ein erhöhtes Karzinomrisiko (Faktor 7 – 12). Oft tritt es in verschiedenen Abschnitten einer Brust (multizentrisch, 50 bis 85%), aber auch in beiden Brüsten gleichzeitig auf (30 bis 60%).

Die Therapie des LCIS besteht in den meisten Fällen in der einfachen Tumorentfernung, ohne Operation der Achselhöhle und ohne Nachbestrahlung. Allerdings sind engmaschige mammadiagnostische Kontrollen (jährliche MG) empfehlenswert. Eine Empfehlung zur begleitenden medikamentösen Therapie gibt es derzeit nicht.

Invasive Brustkrebsarten

Die invasiven Tumore sind im Wachstum nicht auf eine Gewebeart der Brust beschränkt, sondern wachsen unkontrolliert in das umgebende Gewebe. Damit besteht die Gefahr, dass Krebszellen in den Körper gestreut werden, die zu Tochtergeschwüren (Metastasen) in den Lymphknoten und anderen Organe führen können.

Das invasiv duktale Mammakarzinom (nach der neuen Nomenklatur invasives Karzinom NST genannt) hat seinen Ursprung in den Milchgängen und ist mit 75 % das häufigste Karzinom der Brust. Meist zeigt es ein knotiges Wachstum, welches in der Mammographie und im Ultraschall gut zu sehen ist.

MammaCA-MG-US-MC

Mammakarzinom in der Mammographie, im Ultraschall und der 3-D Schnittbilddarstellung

Das invasiv lobuläre Mammakarzinom ist mit etwa 12 % der zweit häufigste Karzinomtyp. Typischerweise zeigt es eine diffuse Wachstumsform und wird dadurch nicht selten erst später erkennbar.

Die eher selteneren tubulären, papillären und muzinösen Karzinome weisen, mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 95 %, eine bessere Prognose gegenüber den häufigeren duktalen und lobulären Karzinomen auf.

Für die Prognose des Mammakarzinoms sind das sogenannte Tumorstadium und Ausmaß der Lymphknotenbeteiligung von entscheidender Bedeutung. Jeder Brustkrebs wird nach dem TNM‑System klassifiziert.
Das „T“ steht dabei für die Tumorgröße, das „N“ für die Anzahl der befallenen Lymphknoten und das „M“ für Metastasen in anderen Organen.

Weiterhin werden von dem Pathologen in dem Gewebe die Hormonrezeptoren, das Grading (Zelldifferenzierung) und bestimmte Prognosefaktoren bestimmt. Diese Informationen sind eine wesentliche Grundlage für die Entscheidung über die Möglichkeit und Notwendigkeit einer weiteren Therapie.
Da das Thema Brustkrebs mit Histologie, Prognose und Therapie sehr komplex ist und an anderer Stelle bereits sehr kompetent und verständlich dargestellt wird, möchten wir Sie für weitere Fragen auf die LINKS unserer Website verweisen.